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Unzialien

Eine Kollektion von 10 historischen Unzialschriften, die eine Zeitspanne vom 4. bis zum 19. Jahrhundert abdecken.

In der Broschüre stelle ich 10 digitale Versionen der Unziale vor, welche die erstaunliche Laufbahn dieser Versalschrift nachzeichnen – einen ersten Abschluß der Recherchen, die zunächst auf 2 bis 3 Tagen angelegt waren, sich dann über mehrere Wochen ausdehnten...

pdfset de glifos + exemplos


Ein set von 10 digitale Fonts OpenType.

Preis: 59 Euros.

Sie können via Paypal zahlen, oder per Banktransfer überweisen.

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Die Unziale

Gegen 350 beginnt der Siegeszug der Unzialschrift, der weit bis ins Mittelalter anhalten sollte. Mit der Rohrfeder auf Pergament geschrieben, hat diese Majuskelschrift ein rundes Schriftbild, meist ohne Serifen, dafür aber mit einigen (noch nicht stark ausgeprägten) Ober- und Unterlängen.

Sie wurde bevorzugt als Buchschrift verwendet und erhielt ihren Namen wahrscheinlich von Jean Mabillon im 17. Jahrhundert, indem er wohl eine Briefstelle bei Hieronymus missverstand, in der dieser über die Uncia (lat. uncia, ein zwölftel Fuß, 1 Zoll) Buchstaben klagte.

Die Unziale ist eine Versalschrift, die aus der römischen Capitalis Quadrata entwickelt wurde – durch die Abrundung der Buchstabenformen, was das Schreiben sehr beschleunigte. Gleichzeitigt reduzierte die Unziale die Anzahl der Striche, die für das Schreiben nötig waren, was abermals den Duktus beschleunigte.

Diese runde Form der römischen Capitalis entstand im Verlauf des 4. Jahrhunderts und wurde bis zum 8. Jahrhundert für den Fliesstext von vielen Buchmanuskripten (Codices) verwendet.

In dieser ersten Etape wurde mit der Rohrfeder auf Pergament geschrieben; wir kennen sowohl lateinische als auch griechische/byzantinische und kyrillische Formen. Es sind circa 300, sehr alte, Manuskripte, meist Teile der Bibel, in Unzialschrift erhalten. Vollständig erhalten sind beispielsweise der Codex Sinaiticus und der Codex Vaticanus.

Ähnlich wie die Capitalis Quadrata, beginnt die Unziale ihre «kalligraphische Karriere» als reine Buchschrift, doch sie wurde auch in Stein gemeisselt und in Metal geformt, wie aus den Bildern in dieser Broschüre zu entnehmen ist; Bilder die aus Portugal, Spanien, Italien und Deutschland stammen.

Gelegentlich scheint die in Stein gemeisselte Unziale sich mit Formen der Visigotischen Versalie zu vermischen. Die Stationen der Entwicklung der Unziale zeigen noch zwei bedeutende Etappen, die eine formale Ähnlichkeit, Deutsche Zusammenfassung Entwicklung der Unzialeaber keine funktionale Verwandtschaft mit der Urform zeigen.

Nach dem Jahr 800 wurde sie nur noch als Auszeichnungsschrift verwendet, für prunkvolle Titel und Untertitel. Hier beginnt sie Farbe anzunehmen; sie wird nicht nur in Rot, sondern auch oft in Blau und Grün geschrieben – besser gesagt: gemalt.

In ihrer dritten Lebensphase schmückt sie als Initiale unzählige Manuskripte und Inkunabeln, welche mit karolingischen, dann mit gotischen Buchstaben geschrieben (und später, gedruckt) wurden. So erscheint sie, zum Beispiel, in der B-42 von Gutenberg.


Paulo Heitlinger

Im späten Erscheinungsbild – als Initiale –, wurden die Versalformen der Unziale nicht kalligraphisch hergestellt, da sie nicht mit einer Feder erzeugt wurden. Vielmehr wurden sie mit feinen Pinseln entworfen und behutsam farbig ausgemalt.

In dieser dritten Erscheinungsform ist die Verwendung von Farben besonders üppig; die Schmuck-Unzialen dürfen als die «buntesten Buchstaben» der ganzen europäischen Schriftentwicklung gelten.


1. Uncialis Lyon. A mais antiga versão da versal uncial librária, praticada a partir do século iv.

2. Uncialis Corbie. Versal uncial librária, praticada no século vii.

3. Unciais cisterciences decorativas, alongadas e condensadas, num manuscrito medieval português. Com mistura de formas da Visigótica. Fonte digital com múltiplas ligaturas de época.

4. Uncialis lapidar medieval. Alta e condensada. Baseada na inscrição funerária de Pedro Franco. Igreja-colegiada de Santiago, Coimbra, 1197.

5. Uncial Coimbra. Uncialis librária, baseada nas letras de um manuscrito existente na Biblioteca da Universidade de Coimbra.

6. A fonte digital Iudith.

7. Uncialis para capitulares. Mostruário de letras, Manuscrito Plimpton MS 296, da Rare Book and Manuscript Library da Universidade de Columbia.

8. Uncialis baseada na caligrafia da perita e docente alemã Hildegard Korger. Século XX.

9,10. Dois alfabetos versais de unciais decorativas, da era victoriana. Século XIX.

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